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Pressemitteilung, 12.12.2018

Armut bei Kindern und Jugendlichen

Antwort der Landesregierung zeigt: Was lange währt, ist immer noch nicht gut

 Zur Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der LINKEN zu Armut bei Kindern und Jugendlichen erklärt Marjana Schott, kinder- und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: 

 „Fast eineinhalb Jahre hat die Landesregierung gebraucht, um die Große Anfrage der LINKEN zu Armut bei Kindern und Jugendlichen zu beantworten. Ergebnis: Die Quoten bei der   Armutsgefährdung – dies betrifft jeden, der weniger als 60 Prozent des Medians der Bevölkerung verdient – sind in Hessen alarmierend. Sie sind in zehn Jahren um 2,4 auf 15,1 Prozent gestiegen. Für die unter 18-Jährigen sind dies schon fast 20 Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen sogar fast 27 Prozent.“

 Die Landesregierung sei gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder- und Jugendarmut abzubauen und Nachteile auszugleichen, so Schott. Benötigt würden eine gute Personalausstattung in beitragsfreien Kitas, echte Ganztagsschulen mit kostenfreiem gesunden Mittagessen und kostenloser Schülerbeförderung für alle. Die Teilhabe an kulturellen, musischen und sportlichen Angeboten müsse für alle zugänglich sein. Das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sollte sinnvoller für eine Förderung der Infrastruktur genutzt werden. Außerdem benötigten Eltern Löhne, von denen die Familie leben könnte. Hessen müsse sich im Bund für eine Kindergrundsicherung stark machen. 

Schott: „Die Bekämpfung von Kinderarmut muss in der nächsten Legislaturperiode unbedingt von Anfang an eine zentrale Rolle spielen. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, in einer sicheren Umgebung gesund aufzuwachsen, alle Bildungsangebote zu nutzen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dies darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein.“ 

Hinweis:

Die Aussprache zum Thema findet in öffentlicher Sitzung des Sozial- und Integrationsausschusses am kommenden Donnerstag - 13. Dezember - um 13 Uhr im Landtag statt.